Wer ChatGPT geschäftlich nutzt, hat dem Tool nach ein paar Monaten mehr anvertraut als jedem Kollegen: Angebotsentwürfe, Kundennamen, Preiskalkulationen, halbfertige Ideen. Umso erstaunlicher, wie selten die drei wichtigsten Schutz-Einstellungen gesetzt sind. Alle drei zusammen kosten keine zehn Minuten.

1. Training mit deinen Inhalten abschalten

Standardmäßig darf OpenAI deine Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle verwenden. Für private Kochrezept-Fragen mag das egal sein, für Geschäftliches nicht. In den Einstellungen unter Datenkontrollen findest du den Schalter, mit dem du das Modelltraining mit deinen Inhalten deaktivierst; dein Chatverlauf bleibt dabei erhalten. Der Handgriff ändert nichts an der Qualität der Antworten und ist die mit Abstand wichtigste Einstellung im ganzen Konto. Einmal gesetzt, gilt sie für künftige Unterhaltungen.

2. Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren

Ein fremder Zugriff auf dein ChatGPT-Konto ist kein Bagatellfall: Im Verlauf stehen Interna aus Monaten, sauber durchsuchbar. Die Multi-Faktor-Authentifizierung findest du in den Sicherheitseinstellungen; hinterlege sie über eine Authenticator-App, nicht nur über die Telefonnummer. Wer sein Konto über „Mit Google anmelden" führt, sichert stattdessen das Google-Konto entsprechend ab, es ist dann der eigentliche Schlüssel.

3. Temporäre Chats für alles Heikle

Für Unterhaltungen, die gar nicht erst im Verlauf oder in der Memory-Funktion landen sollen, gibt es den temporären Chat: Er wird nicht in deinem Verlauf gespeichert und fließt nicht in die personalisierten Erinnerungen ein. Das ist der richtige Modus für Personalthemen, Vertragsdetails oder alles, was einem Mandanten- oder Kundengeheimnis nahekommt. Ergänzende Grundregel, die keine Einstellung ersetzt: Klarnamen und identifizierende Details vor der Eingabe entfernen. Aus „Angebot für die Meyer GmbH in Bochum, Ansprechpartner Herr Krause" wird „Angebot für einen Maschinenbau-Kunden", die Antwortqualität leidet darunter praktisch nie.

Wer diese drei Punkte gesetzt hat, ist für die Alltagsnutzung solide aufgestellt. Die nächste Ausbaustufe für alle, die regelmäßig mit Kundendaten arbeiten, ist der Wechsel auf einen Business-Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag, was dabei rechtlich zählt, steht in unserer DSGVO-Checkliste für KI-Tools.